Im Juli 1985 war ein junger Mann aus Leimen in Wimbledon Richtung Finale unterwegs, alle schauten ungläubig zu, weil es so etwas vorher noch nie gegeben hatte. Nicht die Aufschläge, nicht die Netzangriffe oder der Hechtsprung nach aussichtslosen Bällen, nein – das Alter!

So weit war bis dato noch kein Spieler in so jungen Jahren gekommen. Wir haben diesen Generationswechsel (leider nur) am Bildschirm verfolgt, kommende Davis-Cup Spiele wurden auch nachts geschaut, länger als 5 Stunden bis morgens? Klar, wenn John McEnroe in seiner Heimat bezwungen wird lassen wir uns das doch nicht entgehen.

30 Jahre, am 7. Juli ist Jahrestag dieses Ereignisses, dass die Begeisterung für eine in der DDR doch ziemlich ungern vom System tolerierte Sportart auch über die Grenze stark beeinflusst hat. Grobschlächtige Holzschläger und Stomil-Bälle? Nicht mal damit habt Ihr uns klein gekriegt!

Danke, Boris! Für die vielen emotionalen Momente, selten konnte man bei einem Spieler während der Matches so in das Innerste schauen und mitfühlen.

Irgendwie habe ich es auch geschafft, sämtliche Zeitschriften aus dem Kreis meiner Freunde um die Bilder meines Idols zu erleichtern. Viel Material gab es im Ostteil des Landes zwar nicht, aber meine Zimmerwand war doch ganz gut bestückt – wer bietet mehr?
Boris Becker Wimbledon

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